Agroyesum St. Martin's Hospital

Agroyesum, ein Dorf mit etwa 1000 Einwohnern, liegt in einer sehr ländlichen Region im berühmten Ashanti-Gebiet. Die Anreise erfolgt über Kumasi, die zweitgrößte Stadt Ghanas, die man von der Hauptstadt Accra nach etwa 6 stündiger Fahrt erreicht. Von dort aus führt der Weg eine weitere Stunde in südwestlicher Richtung über zum Teil noch unbefestigte Straßen - die "Rote Erde Afrikas".

Das "St. Martin´s Catholic Hospital" in Agroyesum gehört zur Diözese Obuasi und untersteht somit der Trägerschaft von Bischof Mensah.
Angegliedert an das Hospital ist ein kleiner Konvent mit derzeit sechs einheimischen Ordensschwestern, den "Housemaid´s of the holy child Jesus".

St. Martin´s Hospital ist ausgelegt für die Behandlung von gut 100 stationären Patienten. Eindeutigen Schwerpunkt stellt dabei die Behandlung von Buruli-Ulkus, einer in der Region endemischen, schweren Geschwürserkrankung, dar ( Bilder auf Anfrage ). Haufig sind auch Fälle von Typhus und Malaria.

Buruli-Ulkus befällt zu 70% Kinder, die sich beim Spielen in sumpfigem Gelände mit Mycobacterium ulcerans infizieren. Eintrittspforte sind kleine Hautläsionen, begünstigend wirken sich die einfachen Lebensumstände und die schwierigen hygienischen Bedingungen aus. Zunächst bildet sich ein Knoten unter der Haut. In diesem frühen Stadium ist die Erkrankung durch eine einfache chirurgische Exzision zu stoppen. Leider kommen fast alle Patienten deutlich später zur Behandlung, nämlich erst wenn das Toxin nach den Stadien der Plaque-und Ödembildung als manifestes Ulkus die Haut und tiefere Schichten großflächig zerstört hat. Die Folge sind häufig Invalidität durch Kontrakturen oder Amputation oder eine nach Jahren erfolgende maligne.Entartung des Narbengewebes. Schmerzen und Superinfektionen begleiten die Erkrankung mit zusätzlichen Risiken.Die Therapie besteht bis heute in einer radikalen chirurgischen Sanierung mit sekundärer Hauttransplantation. Lediglich adjuvant werden die Tuberkulostatika Rifampicin und Streptomycin eingesetzt.

Ein recht neuer OP-Trakt wurde 2003 von einer spanischen Hilfsorganisation in Kooperation mit der WHO errichtet, aber es fehlt inzwischen an ärztlichem Personal, sodass kaum noch operiert wird.

nach oben